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- Veröffentlicht am Montag, 20. August 2012 19:41
Friedrich Christopher zum Gedenken
Am 19. August verstarb Friedrich Christopher, Vorsitzender der Sektion Berlin, an den Folgen seiner schweren Erkrankung. Der Tod riss Fritz aus den Aufgaben, mit denen er seine Ära als Vorstandsmitglied beenden wollte: Der Bau des Kletterzentrums, die Vorbereitung der kommenden Hauptversammlung und vor allem die Suche nach Kandidaten, die ab November 2012 als Vorstandsmitglieder die Leitung der Sektion hätten übernehmen können.
Im Sommer 1951 trat Friedrich Christopher der gerade eben wiedergegründeten Sektion Berlin bei. Noch im Herbst des gleichen Jahres übernahm er als Achtzehnjähriger die Leitung der Jugendgruppe und vermittelte dort so wichtige Themen wie Erste Hilfe, Ausrüstungskunde und Orientierung, die als Vorbereitung für die erste Jugendfahrt ins Karwendelgebirge dienten. Die praktische Befähigung für diese Fahrt konnte damals noch im Rüdersdorfer Steinbruch vermittelt werden. Passend zu seinem beruflichen Werdegang als Schriftsetzer, war Fritz Initiator und wichtiger Autor der seinerzeit eigenständigen Jugendzeitschrift „Der Junge Bergbote“.
1953 wurde Fritz Leiter der neu gegründeten Fotogruppe. Noch im gleichen Jahr konnte er in dieser Funktion die Einweihung der fertiggestellten Martin-Busch-Hütte in den Ötztaler Alpen dokumentieren. 1957 übergab Fritz die Leitung der Fotogruppe an seinen Nachfolger und widmete sich in den folgenden 20 Jahren seinem Beruf und der Familie.
Das Jahr 1977 brachte Fritz zurück in den engeren Kreis der Sektion Berlin: Er übernahm die Aufgabe des Hüttenwartes für die Gaudeamushütte im Wilden Kaiser. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Sektion 10 Hütten und jede helfende Hand bei der Hüttenverwaltung war willkommen. Fritz indes hatte zwei helfende Hände und wurde noch im Dezember des gleichen Jahres in den Vorstand der Sektion Berlin gewählt. Dort wirkte er als stellvertretender Vorsitzender bis 1991 – ein Zeitraum, der für die Sektion Berlin mannigfache Änderungen mit sich brachte: Die zunehmenden Behördenauflagen für die Hütten mit ihren finanziellen Folgen, die Zuwendung zum Thema des Umweltschutzes und zuletzt die Maueröffnung und der gewaltige Zustrom ostdeutscher Bergfreunde. Ungeachtet all dieser Herausforderungen wurde Fritz zum „Außenminister“ der Sektion, die er in vielen Gremien des Dachverbandes vertrat.
1991 wechselte Fritz in das Amt des Hüttenreferenten, das er bis 1997 ausübte. In diese Zeit fällt der Verkauf der Zillertaler Gamshütte und die Vergabe sämtlicher anderer Zillertaler Schutzhütten an neue Pächter. Im Herbst 1997 gab Fritz die Aufgabe des Hüttenreferenten ab und widmete sich als stellvertretender Vorsitzender dem „Innenleben“ der Sektion.
Die letzte und wichtigste Aufgabe übereignete ihm die Sektion im Herbst 2004: Fritz wurde zum Vorsitzenden der Sektion Berlin gewählt. Ein Altersruhesitz war diese Aufgabe keinesfalls: Staudammpläne der Tiroler Landesregierung drohten das Rofental in den Ötztaler Alpen in einen See zu verwandeln, der Umzug der Sektion in größere Räume stand unmittelbar bevor und ein neu kreiertes Sommerfest ergänzte den Veranstaltungskalender der Sektion. Zunächst noch zaghaft, ab 2007 vehementer schälte sich ein ganz besonderes Ziel als kommender Schwerpunkt heraus: Der Ersatz der viel zu kleinen Kletterhalle am Hüttenweg durch einen angemessen großen (und hohen) Neubau.
Spätestens hier erwiesen sich Beharrlichkeit und Umsicht als die wertvollsten Charaktermerkmale von Fritz. Obwohl selber ein (Nicht-mehr) Kletterer, wurde das künftige Kletterzentrum für Fritz eine Aufgabe, die er durch alle Kritik und Anfeindungen hindurch manövrierte. Er liebte sorgfältige Planung, gründliche Abwägung und er vermied vorschnelle Entscheidungen. Während 35-jähriger Arbeit im Vorstand sind diese Eigenschaften der Sektion zu Gute gekommen und für das Projekt des Kletterzentrums wurde seine Verlässlichkeit eine entscheidende Stütze.
Die Freude über den vollzogenen Baubeginn am 23. Juli 2012 war für Fritz bereits überschattet von einem Krankenhausaufenthalt. Dort verstarb er in den frühen Morgenstunden des 19. August.
Friedrich Christopher hinterlässt eine gewaltige Lücke in der Sektionsarbeit. Er hinterlässt auch eine Familie, der unser Mitgefühl gilt. Die Sektion Berlin wird ihrem Fritz ein ehrendes Angedenken bewahren.
Bernd Schröder







DAV Kletterzentrum 






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